Die Karriere des Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck war von Beginn an ungewöhnlich. Sie wurde weithin als Versuch gedeutet, anders aufzutreten als andere Politiker, eine verständliche, nichtssagende Floskeln meidende Sprache zu sprechen, Politik insgesamt besser zu erklären – und gleichwohl in der Sache pragmatische und klare Entscheidungen zu treffen. Spätestens durch die Affäre um den entlassenen Staatssekretär Graichen hat dieser Ruf empfindlich Schaden genommen. Im Fokus steht zudem längst auch der Klimaschutzminister Habeck – und mit ihm die handwerkliche Arbeit des von ihm geführten Ministeriums. Der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke sieht in der Entwicklung nicht nur den Absturz eines Ikarus – er nimmt sie zum Anlass für grundsätzlicheres Nachdenken über das Wesen von Koalitionen, mögliche Konstruktionsfehler bei der Bildung derselben – und das Elend der gegenwärtig amtierenden Koalition.